Problem der oberen Weil

Im Oberlauf der Weil, zwischen Großem Feldberg im Taunus (Quelle) und Weilrod tritt seit Inbetriebnahme der Kläranlage (1982) des Abwasserverbandes "Oberes Weiltal" ein temporäres Trockenfallen statt.

Ursache hierfür ist im wesentlichen der Abwassersammler, der die Weil mehrmals kreuzt und die Geologie des Untergrundes der Weilaue.

Der Untergrund besteht aus Geröll, der sich im Laufe der Jahrmillionen mit einer Letteschicht überlagert hat.

Beim Bau des Sammlers wurde diese Schicht durchbrochen, so dass heute ein großer Teil des Weilwassers auf etwa 25 Kilometer im Kiesbett des Sammlers abgeführt wird.

In den Sommer- und Herbstmonaten kommt es immer wieder zu totaler Austrocknung des Bachbettes und der totalen Zerstörung der Gewässerfauna.

Das Weilwasser gelangt entlang des Sammlers in die Kläranlage Winden, wodurch ihre Reinigungsleistung infolge der Verdünnung des Abwassers stark beeinträchtigt, ja fast wirkungslos wird und die untere Weil belastet.

Ein weiterer Grund für den Wassermangel ist, dass das gesamte Oberflächenwasser des Einzugsgebietes mit in den Sammler geleitet wird, weil man es beim Bau des Sammlers nicht für nötig erachtet hatte, ein Getrenntsystem zu verlegen.

Trotz der Zusage des Abwasserverbandes zukünftig vom Mischwassersystem abzugehen, verfährt man bei den neuen Ausweisungen von Baugebieten in der alten Weise.

Für die Lachswiederansiedlung der IG-LAHN ist der derzeitige unbefriedigende Zustand kein Problem, da unterhalb von Weilrod, wo die Lachse ausgesetzt werden, immer genügend Wasser vorhanden ist.

Es hat sich auch gezeigt, dass die zeitweise unbefriedigende Klärleistung der Kläranlage Winden von der fließenden Welle der Weil schnell ausgeglichen wird.

Die IG-LAHN hat, um das Problem des temporären Trockenfallens zu lösen, alle zuständigen Behörden und den Abwasserverband an einen Tisch gebracht.

Aus akutem Geldmangel ist man nicht in der Lage, die bekannten Probleme kurzfristig zu lösen.

Allerdings will man, wo immer möglich, Frisch- und auch Regenwasser direkt vor Ort wieder der Weil zuführen und so die Kläranlage von Fremdwasser entlasten.

Die lokale Agenda 21 der Gemeinde Weilrod, Gruppe Umwelt, hat das Weilproblem zu einem ihrer Hauptthemen gemacht und unterstützt die IG-LAHN das Wasserproblem in der Weil zu lösen.