Position zu „Ökostrom“ aus Wasserkraft

 

Wasserkraft ist kein Ökostrom!

Der Betrieb von Wasserkraftanlagen hat auf unsere fließenden Gewässer eine nachhaltige, schädliche Wirkung, die den meisten Bürgerinnen und Bürgern nicht bekannt ist.
Da im Zusammenhang mit dieser Energiequelle Begriffe wie „Öko“, „Ökostrom“ oder „Naturstrom“ verwendet wird, kommt der Glaube der Befürworter auf, es handele sich tatsächlich um Strom der ökologisch und nicht gewässer- und tierfeindlich ist.

Wie aus den folgenden Beispielen ersichtlich wird, ist das Gegenteil der Fall:

 

  1. Artenverlust: Für jede Wasserkraftanlage ist ein Aufstau eines bis dahin fließenden Gewässers notwendig. Durch den Aufstau geht das Fließgewässerkontinuum verloren und damit einhergehend der Verlust von vielen Arten, die auf den Lebensraum eines fließenden Gewässers mit Flachwas- ser, Kiesbänken, niedrigeren Temperaturen etc. angewiesen sind. Häufig werden die Gewässer mehrfach gestaut, sodass das gesamte Fließgewässer als Lebensraum für angestammte Arten nachhaltig negativ beeinflusst / zerstört wird.

 

  1. Erwärmung des Wasserkörpers / pH, O2: Durch die Verringerung der Fließgeschwindigkeit in den teilweise sehr langen Stauhaltungen  kommt  es  –  besonders  im  Sommer  –  zu  einer  starken Erwärmung des Wasserkörpers. Zum einen nimmt die Löslichkeit des Sauerstoffs im Wasser ab, zum   anderen   kommt   es   bei   Algenbildung   durch   im   Regelfall   vorliegende   Eutrophierung insbesondere in den Nachtstunden zu erheblichen Sauerstoffdefiziten durch Dissimilation – und am Tage  durch  Assimilation  zu  hohen  O2  –  Übersättigungen.  Diese  Übersättigungen  können  bei Kiemenatmern zu Schädigungen durch „verbrennen“ der Kiemen führen. Weiterhin ergeben sich durch Algenbildung hohe pH-Werte (>10) infolge biogener Entkalkung. Der hohe pH-Wert bedingt hohe NH3-Konzentrationen (Umwandlung von NH4+ (Ammonium) in NH3 (Ammoniak)), die Diffusion des NH3 aus dem Fischblut in das Wasser wird zunehmend geringer (Repression). Die Fische (vorwiegend Jungfische) verenden ohne dass es jemand merkt.

 

  1. Methangasbildung: In den Stauhaltungen lagert sich Detritus und anderes organisches Material ab, welches ständig verrottet und erhebliche Mengen Methangas erzeugt. Methangas ist ein >30mal stärkeres Treibhausgas als CO2. Allein dadurch kann bei der Stromerzeugung aus Wasserkraft mehr Treibhausgas erzeugt werden als bei der Verbrennung von Kohle zur Erzeugung der gleichen Strommenge (vgl. Die Welt v. vom 21. Juli 2000, die einen Artikel des New Scientist zitierte. Vgl. hierzu auch die neuesten Forschungen der Universität Koblenz-Landau!